Niemand läuft für sich allein

„Unglaub­lich!“ quakte es rechts neben mir. „Im Mit­tel verbrenn‘n die alle um die zwölf­hun­dert Kilo­ka­lo­rien. Das sind 5024 Kilo­joule und das wie­derum macht 1,4 Kilowattstunden.“

Ich drehte über­rascht mei­nen Kopf in Rich­tung des Gesag­ten. Mein Neben­mann tip­pelte auf der Stelle, das heißt mit den Füßen auf dem Asphalt und mit den Dau­men auf einem Klein­st­com­pu­ter. Aus sei­nem Ohr bau­melte ein Kabel, an der rech­ten Wange klebte ein Mikro. Er hatte kurz auf­ge­schaut.  Wei­ter­le­sen

Diesen Weg auf den Höhen

Gute 2900 Läu­fer dräng­ten sich auf dem Apels­ber­ger Sport­platz in Neu­haus. Die meis­ten wieg­ten ihren Ober­kör­per freu­dig erregt im Schnee­wal­zer­rhyth­mus. Bei eini­gen war jedoch unter­schwel­lig ein wenig Ver­är­ge­rung zu ver­neh­men. Es lag kei­nes­wegs an der Gering­schät­zung der Koschat-Schnulze. Die Abfolge der Musik­aus­wahl wurde moniert. Schließ­lich befan­den wir uns im Thü­rin­ger Kernland.

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Schema M

Willst du zum Lau­fen kon­ver­tie­ren
und träumst viel­leicht im Stil­len schon
von einem Mara­thon,
dann musst du etwas akzep­tie­ren,
das Ganze gibt es nicht in Locker­leicht;
und, dass es viel­leicht nie reicht.
Allein mit Wol­len ist es nicht getan,
vor allem brauchst du einen Plan!

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Der Fluch von Krakau

 

Mein Auf­wärm­pro­gramm?“ Ich ahnte es, seit ich laufe: Irgend­wann steht irgend­je­mand vor mir und fragt nach mei­ner Mara­thon­vor­be­rei­tung. Doch irgend­wie hatte ich mir das anders vor­ge­stellt: Ehrfürchtiger.

Mara­thon lau­fen ist eigent­lich nichts Beson­de­res. Stän­dig begegne ich Leu­ten, die mir, sobald sie etwas von mei­nem Lauf­le­ben erfah­ren hat­ten, von ihrem Lauf­le­ben berich­ten. Meis­tens sind es Män­ner, eigent­lich immer, und meis­tens, eigent­lich immer, lie­fen sie den Mara­thon unter vier Stun­den fünf­zehn. Und meis­tens, eigent­lich immer, fan­den sie, dass das nicht der Rede wert sei. Wei­ter­le­sen

Unter Tage

 

Die Zahn­bürste summte. Mein Kon­ter­fei sah mich mit aus­ge­beul­ten Wan­gen aus dem Spie­gel an. Gelang­weilt. Müde. Ich hatte den Blick abge­wen­det. Die Mund­hy­giene an sich ver­folgte ich nicht wei­ter. Wie bei vie­len ande­ren All­tags­din­gen hat­ten Auto­ma­tis­men Aus­füh­rung und Auf­sicht über­nom­men.
Ob das besagte Unbe­wusste diese Vor­gänge spei­chert, lässt sich wohl kaum ergrün­den. Zumin­dest konnte ich mich nicht an das Zäh­ne­put­zen ver­gan­ge­ner Tage erin­nern. Das betraf nicht nur das Zäh­ne­put­zen. Im Grunde machte ich immer mehr Dinge ein­fach so. Ein rou­ti­nier­tes Leben. Ein selbst­ver­ges­se­nes Leben. Wahr­schein­lich basiert dar­auf das Gefühl, dass mit zuneh­men­dem Alter die Zeit schnel­ler ver­geht, und gewiss auch das Glück, es zu ver­ges­sen, bevor man resi­gniert. Wei­ter­le­sen

Bye, Winterblues

Glatt­eis. Scham. Deut­sche Super­stars. Fett­le­ber. Polar­sturm. Arg­wohn. Schnup­fen. Visakarte ver­lo­ren. Ein­sam­keit. Licht­man­gel. Knor­pel­scha­den. Hass. Com­pu­ter­vi­ren. Ver­gess­lich­keit. Zwei­fel. Blä­hun­gen. Kel­ler auf­räu­men. Pleite. Zahn­schmerz. Men­schen­mas­sen … Stopp! Wei­ter­le­sen

Großes Hallo!

Das war’s mit 2012! Knall. Bum. Vor­bei. Die Pla­ti­tude von der Flüch­tig­keit unse­rer Vor­sätze und Erwar­tun­gen wurde erwar­tungs­ge­mäß bestä­tigt. Der All­tag wäre nicht der All­tag, wenn er uns nicht zei­gen würde, wo der Jam­mer hängt. Wei­ter­le­sen